Chronik des TSV´s

Chronik TSV Hilwartshausen

Aufgrund des Nichvorhandensein von Unterlagen aus der Gründungszeit sowie Protokollen bis 1948 wurden mit Hilfe einiger älterer Personen Nachforschungen angestellt.
Am 28. Februar 1898 wurde von einer kleinen Schaar sportbegeisterter junger Männer der Männerturnverein ins Leben gerufen! Dieser Männerturnverein verpflichtete sich, „laut Satzung“, das Turnen allgemein zu pflegen, in der Hauptsache das Geräteturnen am Barren, am Reck sowie Bodenturnen und Gymnastik und alles, was zu dieser Zeit unter körperlichen Ertüchtigung verstanden wurde. Getreu nach Turnvater Ludwig Jahn, mit dem Ruf:

„FRISCH – FROMM – FRÖHLICH – FREI“

Der Fußballsport war hier noch nicht inbegriffen.
Der Verein gehörte dem damaligen „Deutschen Arbeiterturner-Bund“ an. Turnfreunde wurden nach Vollendung des 18ten Lebensjahres aufgenommen. Als Vorturner waren August Rojahn und August Bönig tätig. Die Teilnahme an den Übungsstunden war laut Satzung Pflicht, nur Krankheit war ein Grund für Fernbleiben. Geturnt wurde in einer Turnhalle der Gastwirtschaft Friedrich Bönig.

Das pflichtbewußte Aufwärtsstreben eines jeden Turners war von besonderem Ehrgeiz beseelt, denn jedes Jahr zur Winterzeit fand ein Schauturnen statt, bei dem den Zuschauern gekonnte Leistungen geboten wurden.

Die Vorturner August Rojahn und August Bönig sollen in den 20iger Jahren aktiv am Deutschen Turnfest in Leipzig teilgenommen haben. Auch wurde sich am sogenannten Leistungsturnen unter den Vereinen Hilwartshausen, Sievershausen und Einbeck beteiligt. August Rojahn, August Bönig und August Klinge waren sehr gute Geräteturner. Die weiße Turnertracht war schon zu Kaiser-Wilhelms-Zeiten in Deutschland Pflicht! Allzu oft wurde in Berichten vom Turnerfest der Tausenden in Weiß berichtet.

Um in der Vereinskasse das Guthaben etwas aufzubessern wurde jeden Winter eine Theatergruppe gebildet, die mit heimatlichen Theaterstücken das Publikum sehr begeistern konnte. Auch war zur Winterzeit das größte Ereignis der alljährliche Vereinsball, der von alt und jung stets besucht wurde.

Als zweite geschlossene Einrichtung in diesem Verein war das Spielmannswesen. Schon ein Jahr nach der Gründung 1899 wurde ein Spielmannszug von 9 jungen Männern gebildet. Diese 9 Spielleute sollten hier einmal genannt werden:
August Hasselmann, Wilhelm Hildebrandt, Willi Maier, Heinrich Fischer, August Helmker, Karl Hildebrandt, Wilhelm Algermissen, Otto Maier und Ernst Helmker
Dieses zielbewußte Vorwärtsstreben, wie es eine Aufnahme aufzeichnet, brachte es 10 Jahre später schon zu einer Blaskapelle.

Der erste Weltkrieg von 1914 –1918 brachte vieles zum Erliegen und auch in diesen Reihen klafften große Lücken. Nun hieß es wieder – neu beginnen! Es waren jene Männer, die den Spielmannszug zu neuem Leben erweckten. Eine Aufnahme aus diesen Jahren zeigt diese Leute mit neuen Mitgliedern, so das ein neuer Stamm von Spielleuten in der weißen Turnertracht aufmarschierte.
Wilhelm Hebel, Karl Hebel, August Koch, Wilhelm Traupe, Hermann Hildebrandt, Wilhelm Algermissen, Willi Küster (sen), August Kreutzburg, Ernst Helmker, Heinrich Lotz und Albert Feldgiebel wurden genannt und sind uns in guter Erinnerung.

Wie berichtet war der Fußballsport in diesen Männerturnverein nicht einbezogen, jedoch war der Drang zum Fußballspielen unter den jungen Männern sehr groß. Somit gründeten fußballbegeisterte Männer 1922 einen zweiten Sportverein. Als bester Beweis und schönstes Aushängeschild ist wohl das Vereinsbanner mit der Aufschrift „Sportverein 1922“ mit dem Emblem eines Fußballspielers in den Farben weiß/blau.

Die in den Jahren nach der Gründung sportbegeisterte Gemeinschaft zeigt eine ganz besondere Urkunde auf: Beim Sportfest am 6. September 1925 in Hilwartshausen errang im 3.000 Meter-Lauf Heinrich Koch (Köhler) für den 5. Platz eine Ehrenurkunde, unterzeichnet „Sportverein 1922 Hilwartshausen“, der Vorstand „Maier“, Spielausschuß „Heinrich Freckmann“

Um einmal Fußball auf dem grünen Rasen zu spielen, war ein Sportplatz von dringender Notwendigkeit. Die Männer scheuten keine Arbeit und da das Gelände des heutigen Sportplatzes dazu auserkoren war, gingen sie an die, für heutige Verhältnisse, unvorstellbare Arbeit!
Das Gelände war eine Mulde, bewachsen mit Heide und Gestrüpp, in der ein Wildbach ständig Wasser aus dem Solling führte. An der linken unteren Seite waren früher Steine gebrochen worden, der Bach mußte in Rohre gelegt werden, rechts und links mußte der Sollingsandstein aus der Böschung gebrochen und abtransportiert werden, um eine entsprechende Breite des Platzes zu erreichen. Spitzhacke, Brechstange und viel Manneskraft war hier das Gebot der Stunde. Wieviel Pferdestärken alltäglich notwendig waren kann uns nur der mitteilen, der noch für diese Zeit und den Begriff zur heutigen Eigenleistung volles Verständnis findet!

Wenn dieser Sportplatz auch nicht in Waage gebracht werden konnte, so war die Mannschaft hocherfreut, nach harter Arbeit einen Platz zu besitzen. Jedoch Eigentum der Gemeinde, erbaut und geschaffen von den Mitgliedern und hilfsbereiten Personen vom Sportverein 1922.

Mit diesem Vers versuche ich einmal die Freude dieser Männer ein wenig nachzuvollziehen:

Geschuftet wurde unverdrossen,

bis dieses Werk dann doch geschafft,

der Schweiß, der auf dem Platz vergossen,

zählt auch zur großen Willenskraft.

Vielleicht wird Niemand uns beneiden

in einer neuen, wohl bess’ren Zeit,

dies Fundament wird immer zeigen

was wir geschafft, ist stets dem Sport geweiht!

Als Umkeideraum wurde in den Jahren das einst mal kleine Sporthaus errichtet, selbstverständlich in Eigenleistung! Namen wie Heinrich Mönkemeyer und Friedrich Ahrens werden genannt.
Der Fußballsport erfreute sich nun größerer Beliebtheit und fand viel Anklang, so das Turnfreunde aus dem Männerturnverein sich diese Sportart zu eigen machten.

Da man ja, wie bekannt ist, 2 Herren nicht auf einmal dienen kann, fand man die gute Lösung und Kompromißbereitschaft beider Vorstände, beide Vereine zusammen zu legen, um keine Zwistigkeiten aufkommen zu lassen. Für die damalige Zeit sehr fortschrittlich, um viele Sportarten in der Gemeinschaft ausüben zu können.

Somit entstand der Turn- und Sportverein, genannt: TSV Hilwartshausen

Dieser Zusammenschluß müßte in dem Jahr 1928 geschehen sein.

Als Vorstand wird Ernst Bertram (1. Vorsitzender) und Ernst Helmker (2. Vorsitzender) genannt.

Neu entwickelte sich eine bekannte Fußballmannschaft im TSV Hilwartshausen, diese wollen wir namentlich festhalten:

August Schoppe, Heinrich Kreutzburg, Heinrich Mönkemeyer, August Sievert, Heinrich Koch, Ernst Helmker jun. (Torwart), Gustav Mönkemeyer, Willi Hüholt, Albert Jünke (Relliehausen), August Mönkemeyer und August Helmker, August und Wilhelm Lange gehörten vorher schon zur Mannschaft.

Diese Mannschaft ist zu sehen auf einer wunderbaren Aufnahme anläßlich eines Fußballspiels gegen eine Mannschaft von Hannover-Ricklingen im Jahr 1930 in Hilwartshausen. Diese Jahre zählen wohl zu den schönsten in der Vereinsgeschichte, denn diese Mannschaft trug mit dem Fußballsport den Namen unseres Ortes weit über die damalige Kreisgrenze hinaus.

Im Jahre 1928 erfolgte beim damaligen Vereinswirt Friedrich Bönig der neue Saalbau. Nun ergaben sich für den Verein viele Möglichkeiten, in den Wintermonaten sich mehr zu betätigen und zu entfalten. Dieser Vereinswirt wurde oft erwähnt, er öffnete in der damaligen Arbeitslosenzeit jedem die Tür, auch wenn das Geld oft in der Tasche fehlte. „Es wird wohl wieder mal besser“, waren seine Worte!

Es kam das Jahr 1933! Die sogenannte Machtergreifung durch den „National-Sozialismus“. Diese Politk mischte sich in alle kulturellen Dinge ein. Der Arbeiterturnerbund wurde verboten und damit alle Vereine und Verbände die ihm angehörten in Mitleidenschaft gezogen. Es folgte Vereinsverbot!

Dies war wohl die größte Enttäuschung und Erniedrigung aller Vereinsmitglieder in der Vereinsgeschichte, nach so vielen Erfolgen und Errungenschaften.

Um die Turngeräte zu erhalten, nahm der Vereinswirt diese in Gewahrsam. Die Fahne, das Fußball-Banner mußte verschwinden. Die Vereinsakten in sichere Verstecke zu bringen war wohl das, sage und schreibe, Gefährlichste.

Die Vereinsfahnen sowie das Fußballbanner wurden von August Helmker (Sattler) in festes Material verpackt und im sicheren Versteck in der Scheune aufbewahrt. Bis diese von Ernst Helmker und Lina Hildebrandt gefunden und weiter aufgehoben wurden, damit sie beim Turnfest 1951 wieder als Symbol im TSV vorangetragen werden konnten. Die Vereinsakten waren in der Obhut von Karl Lampe und sollen laut seinen Angaben nach der Neuentstehung 1946 an den Verein ausgehändigt worden sein.

Diese Angaben zu Papier zu bringen war nur möglich aus Notizen und Niederschriften, die ich mir in meiner aktiven Zeit von den Ehrenmitgliedern Karl Lampe, August Kreutzburg, Albert Bönig und Heinrich Schoppe besorgt habe. Heute standen mir ehrenwerter Weise die schon in ihrer Jugendzeit mit dem Verein auf das Engste verbundenen Personen zur Hilfe:

Lina Hildebrandt (83 Jahre) und Lina Mönkemeyer (87 Jahre)

Es ist erstaunlich, mit wieviel Ratschlägen und Erinnerungsvermögen berichtet wurde. Dazu die wertvollen Aufnahmen aus der Zeit, die oft als vermißt galten.

Vom Neubeginn des Vereins, 28. Dez. 1945 bis 7. Februar 1948 fehlt das Protokollbuch und wichtige Vereinsbeschlüsse.

Die Auflösung des Vereins 1933 aus politischen Gründen war schon für die Mitglieder niederschmetternd, doch es kam noch viel schlimmer! Am 1. Sept. 1939 begann der 2. Weltkrieg. Eine unvorstellbare Katastrophe in der Geschichte menschlichen Denkens. Doch in diesen Zeilen soll die Politik keinen großen Raum finden.

Nach Ende des 2. Weltkrieges im Mai 1945 fanden sich vereinstreue Personen zusammen, um am 28. Dez. 1945 den Verein neu ins Leben zu rufen. Das Bild der Trauer zeigte sich erneut, wie viele Menschen kamen nie wieder! Das Ausharren in der Gefangenschaft wurde deutlicher und die Zahl der Heimatlosen und Vertriebenen begleiteten die Menschen mit jedem Tagesbeginn. Trotzdem suchten viele die Mitgliedschaft im TSV.

In einem Buch des Arbeiter-, Turn- und Sportbundes des 13. Kreis- und Bezirk Südhannover vom 7. März 1926 bis 22. Januar 1933 sind die Namen in den gewählten Vorständen:

Küster und Helmker aus Hilwartshausen als Schriftführer eingetragen.

Ein Zeichen, daß der Verein schon auf Kreis- und Bezirksebene tätig war. Es beinhaltet aber auch die Namen der 46 Gründungsmitglieder ab Januar 1946 im TSV Hilwartshausen. Ab Dezember 1946 waren es schon 80 männliche Mitglieder, ab Juli 1946 erhielten ebenfalls 30 Damen die Mitgliedschaft. Die weitere Entwicklung ist in diesem Buch ersichtlich.

Der erste Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender: Heinrich Lotz

2. Vorsitzender: Ernst Helmker sen. Schriftführer: Hermann Lampe

Kassierer: Albert Bönig

Deutschland wurde nach Ende des 2. Weltkrieges von den Siegermächten in vier Verwaltungszonen aufgeteilt, Niedersachsen gehörte zur Britischen-Zone. Alle Vereine und Verbände, die sich neu gründeten, mußten die Genehmigung von der englischen Militärregierung einholen. Berichte und Protokolle aus der Versammlung mußten ins Englische übersetzt und an die Militärregierung sofort eingesandt werden.

Dies war nur möglich, weil die damalige Volksschullehrerin Fräulein Schüttrumpf, heute Frau Gramatzki, sich bereit erklärte, alle Schriftstücke ins Englische zu übersetzen.

Jeden 1. Sonnabend des Monats war die Vereinsversammlung, diese zu besuchen war Pflicht! Bei dreimaligem Fehlen konnte man sich überlegen, ob man dem Verein lieber fern bleiben wollte.

Mit Beginn des Jahres 1946 wurde der Sportbetrieb sofort aufgenommen und siehe da, der Fußball rollte wieder. Eine Mannschaft hatte sich formiert, so das am Försterbrink das sportliche Leben begann. Die Damen erfreuten sich am Handballspiel und fanden in den benachbarten Sportvereinen Damenmannschaften zum fairen Wettstreit.

Der vorhandene Sportplatz am Försterbrink entsprach nun nicht mehr den erforderlichen Eigenschaften. Die Breite des Platzes fehlte, die Rasenfläche ungepflegt und manche Steinspitze zeigten sich über der Grasnarbe. In den letzten Monatsversammlungen 1946 wurde das Thema „Sportplatz“ durchdiskutiert und der einheitliche Beschluß gefaßt:

Mit Beginn des kommenden Jahres, also 1947, in Eigenleistung den Platz umzugestalten. Eine große Aufgabe, die jeden Einsatz forderte.

In den Winterhalbjahren 1946, 47 und 48 wurde, wie dem Kassenbuch zu entnehmen ist, eine Theatergruppe gebildet, eine alte Tradition aus früheren Jahren. In den benachbarten Ortschaften Sievershausen, Dassensen und Markoldendorf wurden die einstudierten Stücke zur Schau gebracht. In Hilwartshausen mußten diese Theaterstücke immer zur Freude der Zuschauer und Mitwirkenden wiederholt werden. Dies brachte Geld in die Kasse, was für den Sportplatzumbau von Nutzen war.

Im April 1947 begannen die Arbeiten am Sportplatz. Selbstverständlich, wie beschlossen in Eigenleistung. Alle Vereinsmitglieder waren lt. Vereinsbeschluß verpflichtet, sich daran zu beteiligen. Um den Platz zu verbreitern, wurde rechts wie links dem Sollingsandstein zu Leibe gerückt. Bald entstand ein richtiger Steinbruch. Alle Vereinsmitglieder, die am Tage ihrer Arbeit nachgingen, sei es in der Landwirtschaft, bei der Waldarbeit oder in der benachbarten Industrie, fanden sich alle danach auf der Baustelle „Sportplatz“ ein. Brechstange, Spitzhacke, Vorschlaghammer und große Bodenhacke waren unsere ständigen Begleiter. Planierraupen oder Bagger als schweres Gerät kannte man schon, nur es war noch nicht vorhanden und wenn, wer wollte das bezahlen?

Um die Felsbrocken unterhalb des Sportplatzes zu transportieren, wurden Feldschienen mit den dazugehörigen Kipploren von der Eisenhütte Dassel ausgeliehen. Der Verein hatte sogar 3 Herren, die derzeit arbeitslos waren, eingestellt. Diese 3 Herren „Albert Helmker, Willi Schweiß und Hermann Haase, haben tagtäglich – von April bis September – auf dem Platz Schwerstarbeit geleistet. Das Lohnbüro erledigte der Kassierer Albert Bönig. Löhne und Beiträge an die AOK sowie Haftpflicht und Bauberufsgenossenschaft wurden ordnungsgemäß gezahlt, allerdings in Reichsmark. Auch wenn der Wert des Geldes nicht hoch war, es wurde trotzdem geschuftet. Dies ist ersichtlich im Kassenbuch von April bis September 1947.

Außerdem waren hiesige Landwirte mit ihren Pferdestärken behilflich. Es wurde soviel Gestein aus dem Fels gebrochen, daß die Gemeinde damit Feldwege befestigen konnte. Um dem Platz nun eine Rasendecke zu geben und den gesamten Platz zu begradigen, wurde mit der Rodehacke in breiter Front, von vielen Mitgliedern die Oberfläche eingeebnet.

Wenn wir hier einmal zu Dank und Ehrerbietung verpflichtet sind, was viele von uns miterlebt haben, dann gilt Dank und Anerkennung dem einstigen Ehrenmitglied Ernst Helmker sen., der trotz seiner Kriegsverwundung, als Gehbehinderter immer der jungen Generation voran ging. Hierzu ein Wort in eigender Sache:

Ehre das Alter, du bleibst nicht ewig Kind,

denk an die Last, die sie für dich getragen

und du wirst schneller, was sie heut sind!

Freudestrahlend waren alle, als auf dem neu hergerichteten Platz das erste Spiel ausgetragen wurde. Vergessen sind die vielen arbeitsreichen und schweren Stunden und die Schweißtropfen, mit der Gewißheit, etwas Gutes geschafft und erreicht zu haben.

Zu dieser Zeit hatte der Begriff Eigenleistung noch sehr hohen Stellenwert. Denn Nichtstun, mit Ablehnung den Kopf schütteln, hat noch niemanden ausgezeichnet. Mut zur Tat, der Arbeit entgegentreten und zufassen, hat sich in der Gemeinschaft schon immer gelohnt!

Gemeinsam Tun und gezielt vorwärts streben, sollte immer unser Gebot der Stunde sein.

Verfaßt von Willi Queißer,

in Zusammarbeit mit Lina Hildebrandt, Lina Mönkemeyer, Hermann und Günter Lampe

denen an dieser Stelle herzlich gedankt sei.

Wenn wir bedenken, was sich in unserem Verein seit der Gründung und dem Neubeginn nach 1945 alles getan hat, muß man zugeben, daß sich hier allerhand aufopfernde Arbeit hinter verbirgt.

Die 1. Fußballmannschaft wurde 1980 Staffelmeister in der Kreisliga-West. Die folgenden Aufstiegsspiele endeten mit der Niederlage gegen Braunschweig in Harlingerode. Es folgte 1984 erneut die Staffelmeisterschaft.

Die 2. Fußballmannschaft stieg 1983 in die 1. Kreisklasse auf.

Ende der 60-er/Anfang der 70-er Jahre entwickelte sich aus einer Volkstanzgruppe eine regelrechte Showtanzgruppe unter der Leitung von Brunhild Queißer.

Nicht nur zum Hilwartshäuser Karneval sondern zu Veranstaltungen jeglicher Art und weit über die Kreisgrenzen hinaus wurden die Tänze präsentiert.

Einer der Höhepunkte war sicherlich die Teilnahme am Bezirkswettbewerb 1972 in Holzminden, mit 205 Punkten konnte der 3. Platz belegt werden.

Immer wieder sorgte die Gruppe für Begeisterung, wobei die selbst entworfenen und geschneiderten Kostüme eine große Rolle mitspielten. Zu den Tänzen gehörten u.a.: Radezky-Marsch, Kalinka, Lady Bump, Charleston, Samba, Berliner Luft, Can-Can und Tango.

So war auch 1978 beim Deutschen Turnfest in Hannover der Beifall während des Umzuges groß, die Tanzgruppe marschierte in Kostümen vor dem eigenen Spielmannszug. In dieser Formation wurden auch die Feste in der Umgebung besucht. Der Spielmannszug musizierte und die Tanzgruppe zeigte auf dem Zelt ihr Können.

Durch den Umzug von Brunhild Queißer aus Hilwartshausen nach Hannover übernahmen Ende der 70-er Jahre Ellen Fischer, geb. Sievert, und Petra Lambrecht, geb. Schillig, die Leitung der Gruppe, die in dieser Form noch bis Anfang der 80-er Jahre bestand.

Läßt man die letzten 10 Jahre unseres Vereins Revue passieren, so sind es einige Stichworte wert, besonders hervorgehoben zu werden:

Mitgliederentwicklung

Neue Sparten

Sportplatzbau

Gemeinnützigkeit

Besondere Jubiläen

Personelle Veränderungen

Mitgliederentwicklung:

Zur Darstellung der Mitgliederentwicklung in den letzten 10 Jahren sei ein Rückblick auf weiter zurückliegende Zeiten gestattet. Beispielhaft soll hier das Jahr 1954 genannt werden, für das erstmals in den alten Protokollbüchern eine Benennung erfolgt ist.

1954 belief sich die Mitgliederzahl auf 109 Personen. Diese Zahl ist bis 1997 auf 456 gestiegen, hat sich also mehr als vervierfacht. Eine Gegenüberstellung zur Einwohnerzahl ist erstmals für 1971 möglich, in diesem Jahr hatte Hilwartshausen 877 Einwohner. Der %-Anteil der Mitglieder des TSV betrug somit 33 %.

1993 wurde erstmals die 50%-Marke überschritten. Die Entwicklung ist den Übersichten zu entnehmen. Hierauf kann der Verein zu Recht stolz sein, zumal sich, wie die Aufstellung zeigt, seither ein stetiger Anstieg vollzogen hat. Die Angebote unseres Vereins kommen also bei den Bewohnern im Dorf an.

Damit läßt sich überleiten zum nächsten Stichwort:

Neue Sparten:

Es gehört zu den besonders erfreulichen Feststellungen, daß sich gerade in den letzten 10 Jahren mehrere neue Sparten gegründet haben. Hervorzuheben ist dabei, daß die Initiativen aus den Reihen der Mitglieder kamen. So wurden neu ins Leben gerufen:

Die Wandergruppe, die Jazzgymnastikgruppe, verschiedene Kinder-Turn-Gruppen oder auch zuletzt die Laufgruppe.

Die Angebotspalette streift somit die verschiedensten Sportarten, sie steht in bewährter Tradition jung und alt offen.

Sportplatzbau:

Dieses Ereignis fällt zwar zeitlich nicht ganz in den Rahmen der letzten 10 Jahre, dennoch: Mit diesem Neubau wurde unter der Namensgebung

„Sportanlage am Försterbrink“

eine Sportstätte geschaffen, um die uns viele Vereine nicht zuletzt wegen der landschaftlich schönen Lage beneiden. Die Sportanlage bietet seitdem nicht nur für den Verein den Rahmen für Großereignisse und Feierlichkeiten. Immer wieder nutzen die Anlage auch andere Interessenten.

Gemeinnützigkeit:

Dem Antrag auf Anerkennung der Gemeinnützigkeit konnte sich der Verein Mitte der 90er Jahre nicht länger verschließen. Maßgeblichen Einfluß hatten hier staatliche Vorgaben als Ausdruck gesellschaftlicher Entwicklungen, die dazu bestimmt sind, auch für die kleinen Dorfvereine zwar möglichst gerechte – und damit durchaus richtige – Regularien zu schaffen. Die Umsetzung erforderte aber von den Verantwortlichen ebensolches „Know how“ wie bei größeren Vereinen. Die administrativen Aufgaben werden dadurch nicht leichter.

Besondere Jubiläen:

An dieser Stelle sind zu nennen:

Das 40jährige Bestehen des Spielmannszuges nach dem Krieg. Mit einem würdigen kleinen Zeltfest wurde dieses Jubiläum 1991 gefeiert.
1922 wurde in unserem Verein die Fußballabteilung gegründet, so das 1997 das 75jährige Jubiläum anstand. Seitens des NFV und des Vorstandes wurde dies anläßlich der Jahreshauptversammlung 1997 gewürdigt.

Personelle Veränderungen:

Unter diesem Stichwort kann selbstredend nicht jeglicher Personalwechsel erwähnt werden. Unter dem Thema „die letzten 10 Jahre“ sind deshalb diejenigen Veränderungen zu nennen, die das kennzeichnen, was allgemein als „Generationswechsel“ bezeichnet wird, insbesondere dann, wenn die Nachfolger der sogenannten „Nachkriegsgeneration“ angehören oder der Amtsvorgänger auf eine außergewöhnlich lange Zeit seiner Tätigkeit zurückblicken konnte.

Diese beiden Aspekte tragen auf den langjährigen Leiter des Spielmannszuges, den Sportkameraden Willi Queißer zu, er hat geradezu für „seinen“ Spielmannszug gelebt. An dieser Stelle sei ihm dafür nochmals herzlichst gedankt.

Die Nachfolge – sicher ein nicht leichtes Erbe – trat mit Olaf Cratius ein „Newcomer“ an. Er hat sich aber in einer relativ kurzen Zeit zum Wohle des Spielmannszuges in sein Amt hineingefunden.

Im Vorstand unseres Vereins wurde mit Gerhard Helmker erstmals jemand aus der Nachkriegsgeneration zum 1. Vorsitzenden gewählt. Damit hat sich ein wichtiger Generationswechsel an der Spitze des Vereins vollzogen, der an der Schwelle zum nächsten Jahrhundert richtungsweisend ist.

Alle übrigen Amtsinhaber mögen sich in dem Dank wiederfinden, der ihnen dafür gebührt, sich durch ihre Tätigkeit für die Belange des Vereins eingesetzt zu haben. Ohne diese Bereitschaft würde nichts gehen, dessen muß sich jedes Mitglied stets bewußt sein.

Ausblick:

Eine Rückschau auf die letzten 10 Jahre an der Schwelle zum nächsten Jahrhundert mag in einem Satz Ausdruck finden:

Laßt uns zum Wohle des Vereins weiterhin aktiv zusammenarbeiten, dabei auch einmal aneinandergeraten, aber immer im Sinne von Fairneß und sportlicher Kameradschaft, dann wird unser Verein seine Stärke bewahren.

Karl-Heinz Helmker

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